Geschichte der Pädagogischen Hochschulen
Ein Hochschultyp mit besonderer Entwicklung
Die Pädagogischen Hochschulen gehen auf die staatliche Lehrerbildung zurück. Aus den ehemaligen Lehrerbildungsanstalten entwickelten sich im Laufe des 20. Jahrhunderts eigenständige Hochschulen, die ihre Aufgaben in Lehre, Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchsförderung kontinuierlich ausbauten. In Baden-Württemberg erhielten sie 1962 den formalen Status als wissenschaftliche Hochschulen.
Warum gibt es Pädagogische Hochschulen nur in Baden-Württemberg?
Bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts bestanden Pädagogische Hochschulen auch in anderen Bundesländern. Im Zuge von Hochschulreformen wurden sie jedoch in allen anderen deutschen Bundesländern in den 1970ern und 1980er Jahren in Universitäten integriert.
Baden-Württemberg entschied sich für einen anderen Weg: Die Pädagogischen Hochschulen blieben als eigenständige Hochschulen erhalten und konnten ihr besonderes Profil weiterentwickeln. Dadurch besteht heute nur noch in Baden-Württemberg dieser auf Bildungswissenschaften und Lehrkräfte spezialisierte Hochschultyp mit der Besonderheit einer engen Theorie-Praxisverzahnung.
Vom Lehrerbildungsinstitut zur Hochschule universitären Profils
Mit dem Ausbau ihrer Forschungsaktivitäten, Studienangebote und wissenschaftlichen Infrastruktur entwickelten sich die Pädagogischen Hochschulen schrittweise zu Hochschulen universitären Profils. Neben der Lehrerbildung gewannen die Bildungswissenschaften, die Fachdidaktiken sowie die Forschung zu Lernen, Lehren und Erziehen zunehmend an Bedeutung.
Die Verleihung des Promotions- und Habilitationsrechts unterstreicht ihre Stellung als eigenständige wissenschaftliche Hochschulen. Heute tragen die Pädagogischen Hochschulen wesentlich zur Forschung, zur Qualifizierung pädagogischer Fachkräfte und zur Weiterentwicklung von Bildung in Baden-Württemberg und darüber hinaus bei.